Brauchen Buchhändler Tablets?

Geschrieben von René am 22. Oktober 2013 | Abgelegt unter Der Sortimentsbuchhändler im digitalen Zeitalter

Eine aktuelle Bitkom-Studie befaßt sich auch mit den genutzten Lesegeräten für eBooks. „Tablet Computer werden voraussichtlich das wichtigste Mediengerät – auch für E-Books“, so BITKOM-Vizepräsident Achim Berg:
http://www.bitkom.org/de/presse/30739_77541.aspx

Ich bin nicht so sicher, ob der dargestellte Zusammenhang zwischen Tablets und Lesen nicht etwas trügerisch ist.
Laut einer aktuellen Studie sagen 30% der Tablet-Besitzer, sie hätten schon einmal ein Buch auf einem Tablet gelesen.
70% nutzen ihr Tablet bisher also nicht zum Lesen.
http://www.new-business.de/newmedia/detail.php?nr=643068&rubric=NEW+MEDIA&

Ich vermute, der Anteil der eReader-Besitzer, die schon mal ein eBook auf dem Reader gelesen haben, ist deutlich höher.

Aktuell ist die Zahl der Deutschen, die schon einmal auf einem Tablet ein eBook gelesen haben, gleichauf mit der Zahl der Deutschen, die dies auf einem Reader getan haben.

21% der eBook-Leser läsen diese auf einem Tablet, 18% auf einem eBook-Reader.
http://www.smart-digits.com/2013/10/wer-nutzt-tablets-ereader-und-smartphones/

Wir haben aber in Deutschland etwa sechs mal so viele Tablets wie Reader auf dem Markt.

Eine weitere, allerdings mangels jeglicher Skalen zunächst höchst angreifbare, Grafik zeigt offenbar, daß es einen signifikanten Unterschied auch noch in einem weiterem Punkt gibt: Möglicherweise ist die Zahl der Buchabbrecher (”Buch nicht zu Ende gelesen”) bei Tablets deutlich höher als bei Readern:
http://www.the-digital-reader.com/2013/10/03/numbers-new-data-readmill-shows-iphone-owners-read-ipad-owners-much/#.UmY4V1PGCHt

Ich schließe aus diesen Aussagen, daß ich als Verlag darauf achten müßte, meine eBooks auch für Tablets aufzubereiten und deren Vorteile (Farbe…) auszureizen - weil Tablets auch Lesegeräte sein können.

In wieweit es für Buchhändler eine gute Strategie ist, Tablets zu verkaufen, muß sich aber noch zeigen. Zumindest wenn man nicht weitere Medien (etwa Musik, Flme, Games, Apps) mitverkaufen möchte und kann, könnte das Geschäft mühsam werden, weil eben vielleicht nicht jeder Tablet-Verkauf auch mit eBook-Folgegeschäften einhergeht.

Es gibt sogar eine These von Nicholas Carr, Autor des Titels “Wer bin ich, wenn ich online bin… Und was macht mein Gehirn so lange?“, die besagt, daß Tablets in Bezug auf eBooks kontraindiziert sind:
»5. The shift from e-readers to tablets is putting a damper on e-book sales. With dedicated readers, pretty much the only thing you can do is buy and read books. With tablets, you have a whole lot of other options. (To put it another way: On an e-reader, the e-reading app is always running. On a tablet, it isn’t.)«
http://www.roughtype.com/?p=229

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